Lauftipps

Hitzelauf – 5 Tipps um auch zu dieser Jahreszeit trainieren zu können

Ich stehe auf der in der prallen Sonne glühenden Tartanbahn und bereite mich auf ein intensives Intervallprogramm vor. Der Schweiß rinnt jetzt schon in Strömen und ich habe einen kamelwürdigen Durst. Leider stehen aber keine adäquat großen Wassereimer zum Trinken oder besser gleich zum Abtauchen parat. Egal, ich beiße mir auf die Lippen, wie immer, wenn ich etwas Biestiges durchziehe, und renne los. Hitze und Durst hin oder her, ich will jetzt trainieren! Ein paar Grad mehr als gewohnt schaden doch nicht, oder? Acht Mal 1000m möchte ich heute laufen, aber schon nach drei Läufen kämpfe ich mich im wahrsten Sinne nur noch mit meinem Willen um den Platz. Spaß? Fehlanzeige. Das hier ist einfach nur brutal anstrengend.

Nach der Einheit falle ich erschöpft auf den Rasen, von dem ich mich den Rest des Tages nur unwesentlich fortbewege.

Bestimmt habt ihr diesen Zustand auch schon erlebt. Eigentlich dachte ich immer, ich wäre beim Laufen sehr hitzeresistent, aber 2018 hat mich und viele andere Läufer eines Besseren belehrt. Die optimale Funktionstemperatur von uns Nordlichtern liegt wohl eher bei windigem Schauerwetter und bei 18 Grad….

Nach fast vier Monaten Übungszeit im Hitzewetter habe ich mir jetzt aber einige Tipps zurechtgelegt, um besser mit der Temperatur umgehen zu können:

1: Morgendliches Training

Wenn immer es möglich ist, verschiebe ich mein Training auf die Morgenstunden. Bis ca. 9 Uhr ist es meist noch überall erträglich. Vielleicht probiert ihr es mal aus: Am Anfang ist es sicher noch ungewohnt, aber nach einiger Zeit gewöhnt sich der Körper an das frühe Training. Vor allem lockere Dauerläufe haben hier einen guten Platz.

2: Kleinere Einheiten, dafür häufiger

Vielleicht geht es euch so wie mir: Dauerläufe am Morgen funktionieren wunderbar, aber das harte Training geht nur abends?

Ich teile deshalb meine Einheiten in kürzere Programme auf. Auch meinen eigenen Athleten habe ich neue Programme geschrieben: Diejenigen, die normalerweise drei Mal pro Woche die Laufschuhe ausführen, laufen bei diesen Temperaturen stattdessen fünf kürzere Einheiten. Das hat am Anfang natürlich für ein bisschen Verwunderung gesorgt, aber alle kommen mit den kurzen Belastungen deutlich besser zurecht!

Ein Wochenablauf kann zum Beispiel so aussehen: Montag, Mittwoch und Freitag 20 min Dauerlauf oder 30 min Schwimmen am Morgen und Dienstag und Samstag ein kurzes Intervalltraining am Abend. Zum Beispiel 6*400m oder ähnliches. Training lebt von Kontinuität. Vor allem bei diesen Temperaturen! Wer fünf Mal die Woche 15 min Sport macht, wird am Ende der Woche viel fitter sein als der, der sich an nur einem Tag in der Woche 75 min völlig abquält!

3: Schatten

Wenn die frühen Morgenstunden nicht für euch passen oder ihr für die Intervalle die Abendstunden vorzieht, versucht einen schattigen Ort zu finden. Selbst ein 200m langer Weg reicht aus: Wie wäre es dann einfach mit zehn Mal 200m Sprinttraining mit Trabpause. Oder abwechselnd 100m schnell und langsam…

4: Trinken

Als ich klein war, hatte ich mal eine Wasserflasche zum Laufen. Leider habe ich sie verloren und aus Sentimentalität (oder weil die letzten Pseudosommer genug Wasser von oben geboten haben…) noch nicht ersetzt. Deshalb laufe ich bei langen Läufen momentan ganz einfach mehrere 7 km Runden um meine Wasserflasche. Warum 7 km? Nach dieser Strecke habe ich meist nur noch einen Gedanken im Kopf: Apfelschorle! Und die steht dann immer passend hinter einem Baum bereit.

5: Kleidungswahl

Seit meinem katastrophalen Wassermangel-Intervalltraining kann ich gar nicht genug kühles Nass mitnehmen: Nicht nur in Flaschen, nein, auch mein Shirt wird seit neuestem gewässert, kurz ausgewrungen und dann übergestreift. Die Verdunstungskälte tut einfach so gut! Vielleicht ist dieser Trick ungewöhnlich, aber mir hilft es.

Ansonsten sollte die Kleidung möglichst luftig und hell sein.

 

Ich hoffe, ihr könnt mit meinen kleinen Tipps etwas anfangen! Habt ihr noch andere Lösungen? Schreibt mir gern in die Kommentare, wie ihr die Hitzeläufe meistert!

Ich werde jetzt in den Wald gehen. Eigentlich steht wieder ein hartes Intervalltraining auf der Bahn an, aber: Wer braucht schon eine Tartanbahn? Im Moment ist einfach Wald- und Apfelschorlenwetter!

Bis bald, euer Laufbiest