Lauffutter

Getreidearten – welche Körner sind am besten für uns Sportler?

Ich glaube, in meiner Wohnung lebt ein Hirsemonster. Es verteilt mit Vorliebe während ich koche kleine gelbe Hirsekörner auf Fußboden und Herd und treibt damit meine aufräumenden Mitmenschen in den Wahnsinn.

Mein Bruder liebt es besonders:

Er: „Alter, Johanna, kannst du nicht mal vorsichtiger kochen und nicht so viel verschütten“

Ich: „Das bin ich nicht, dass ist das Hirsemonster!“

Er: „Warum isst du das überhaupt? Nudeln krümeln wenigstens nicht!“

Deshalb ist dieser Text besonders für ihn und für alle, die sich fragen, warum sich das Krümelzeug lohnt.

Ich koche gern, häufig und vor allem kreativ. Als Inspiration dienen dabei oft die Angebote bei meinem regionalen Biomarkt Landwege. Dort stehe ich dann glücklich-grübelnd vor Hirse, Amarant, Quinoa und Co. und frage mich, inwieweit was und wofür wohl am schmackhaftesten und gesündesten ist. Mittlerweile habe ich mich so viel damit beschäftigt, dass ich wohl ein kleines Buch füllen könnte. Bevor ich euch mit Informationen überschütte, gebe ich euch aber hier lieber einen Kurzüberblick über meine Lieblingskörner:

Bei meinen Expeditionen ins Google-Land und die Bücherei habe ich vor allem eins festgestellt: Der Glaube an ein ganz bestimmtes Superprodukt ist echt überbewertet. Jede Getreideart und Pseudogetreideart hat etwas für sich. Die einen sind proteinreicher, die anderen haben mehr Spurenelemente und wieder andere weisen mehr B-Vitamine auf. Ein Hype um eine bestimmte Art ist deshalb meiner Meinung nach nicht gerechtfertigt. Was also her muss, ist eine wunderbare Kompromisslösung. Eine Kombination der verschiedenen Sorten ist lecker, gesund und sinnvoll!

Ich koche deshalb aus allen Körnern unterschiedlichste Gerichte und kombiniere sie geschickt, um alle Nährstoffe besonders gut aufnehmen zu können.

Im Folgenden habe ich euch die Vor- und Nachteile der drei beliebtesten Körner aufgelistet und meine Lieblingszubereitung und persönliche Meinung geschrieben. Genauere Berichte und Gerichte über die einzelnen Sorten folgen!

 

Vor- und Nachteile der drei beliebtesten Getreidearten von Sportler

Quinoa:

Vorteil: Aminosäurezusammensetzung

Nachteil: im Vergleich weniger Spurenelemente, lange Transportwege

Lieblingszubereitung: Als Grundlage in gefüllten Tomaten

Quinoa wird im Moment von vielen Läufern geknabbert. Der größte Vorteil von Quinoa liegt in der Aminosäurezusammensetzung. Diese ist dem menschlichen Aminosäuremuster besonders ähnlich, wodurch es gut verwertet werden kann. Pflanzliches Eiweiß kann oft schwer vom Körper aufgenommen werden. Hier bietet Quinoa eine tolle Alternative zu tierischen Produkten. Bei Quinoa sind mir aber auch zwei Nachteile ins Auge gefallen: Im Gegensatz zu Hirse und Amarant hat es nur wenige Spurenelemente. Wer bei Quinoa auf Calcium, Magnesium, Eisen und Co. Hofft, findet hier leider nicht viel. Ein zweiter Nachteil betrifft die langen Transportwege. Quinoa wird leider nicht in Deutschland angebaut und größtenteils aus Südamerika importiert. Um trotzdem an ein fair angebautes und gutes Produkt zu kommen, kaufe ich die Produkte von Rapunzel. Mit ihrem Hand in Hand-Siegel sorgt Rapunzel dafür, dass ihre Produkte nur nachhaltig und umweltschonend angebaut werden. Mir gefällt diese Anbauweise wesentlich besser als fragwürdige Bio Produkte von Discountern.

 

Amarant:

Vorteil: Viele Mineralstoffe und Spurenelemente

Nachteil für Kalorienzähler: minimal mehr Kalorien

Lieblingszubereitung: in gepoppter Form im Frühstück

Amarant übertrifft Quinoa und Hirse bei der Menge an Magnesium und Calcium. Außerdem enthält es ebenfalls viel Zink, Kupfer und Eisen. Wer nach dem Sport seinen Kohlehydratspeicher und sein Depot an Mineralstoffen und Spurenelementen auffüllen möchte, ist mit Amarant gut beraten! Die Körner sind sehr klein und gefallen mir deshalb als Reisersatz z.B. in Paprikaschoten nicht besonders. Allerdings lässt es sich wunderbar zwischen Hirse mischen. Diese Kombination bietet besonders viele verwertbare Nährstoffe und schmeckt wunderbar!

 

Hirse:

Vorteil: viele Spurenelemente vor allem Eisen, gut sättigend

Lieblingszubereitung: Hirsesalat (Rucola, viel buntes Gemüse, Schafskäse und Hirse gemischt mit leckerem Joghurt oder Frischkäsedressing)

Hirse hat zwei für mich entscheidende Vorteile. Es wird in Deutschland angebaut (zumindest von einigen empfehlenswerten Herstellern) und hat im Gegensatz zu Quinoa sehr viel mehr Spurenelemente. Vor allem bei Kupfer und Eisen punktet Hirse. Zum Beispiel decken 100g Hirse schon 2/3 des täglichen Eisenbedarfs. Gerade für Sportlerinnen ist das ein toller Vorteil. Jede zweite Sportlerin hat zu niedrige Eisenwerte und kann dadurch rapide an Leistung einbüßen. Aus leidvoller eigener Erfahrung bin ich auch deshalb begeisterte Hirseesserin.

Ein weiterer Vorteil ist die wirkliche sättigende Wirkung von Hirse. Nach Quinoagerichten fühle ich mich meist noch etwas hungrig. Bei Hirse ist mir das noch nie passiert, obwohl ich meist weniger Hirse als Quinoa esse. Mit Hirse kann man perfekt alle Gerichte kochen, die sonst klassisch Reis beinhalten. Zum Beispiel in gefüllten Paprikaschoten, Hirsesalat, in süßer Form mit Kokosmilch und in vielen anderen Gerichten.

Fazit:

Einige schwören darauf, nur ein ganz bestimmtes Produkt zu essen und andere komplett zu meiden. Wer sich die verschiedenen Arten aber genauer ansieht, wird feststellen, dass wir Sportler aus jedem Korn etwas Gutes ziehen können. Selbst das so verpönte Weizenkorn hat einige interessante Spurenelemente, Mineralstoffe und Eiweiß! Es kommt meiner Meinung nach viel mehr darauf an, eine sehr breite Auswahl an Getreide und Pseudogetreidearten zu verwenden. So kann man sichergehen, von allem das Beste zu erhalten.

Mein Bruder hat diesen Text gelesen, mir auf die Schulter geklopft und gesagt, ich soll dem Hirsemonster mal den Besen zeigen. Leider habe ich beide nicht gefunden (Besen und Monster). Er hat mir aber trotzdem die Unordnung verziehen, nachdem er gefüllte Paprikaschoten mit Hirse kosten durfte.

Ich hoffe, ich konnte euch einige interessante Aspekte zeigen. Für mehr Infos schreibt mir gerne eine Nachricht oder in die Kommentare. Haltet die Ohren steif und verknotet euch nicht in zu strengen einseitigen Ernährungsformen!

Bis bald, euer kochwütiges Hirsemonster-Laufbiest.

3 Kommentare

  1. Karsten Immanns sagt

    Hallo Laufbiest,
    gerne verfolge ich die interessanten Berichte. Im Bericht über Körner ist ein Fehler aufgetaucht. Quinoa wird sehr wohl in Deutschland angebaut. Sogar in deiner Nähe.
    In Traventhal bei Bad Segeberg ist ein Betrieb über den du Quinoa beziehen kannst.
    Viele Grüße

    • laufbiest sagt

      Toll! Die werde ich mal suchen und kaufen! Im normalen Verkauf habe ich sie leider noch nie gesehen..

  2. Hans-Werner Deppe sagt

    Sehr informativ, danke! Bin gespannt auf deine Gerichte. Aber fehlt nicht Buchweizen in dieser Liste?

Kommentare sind geschlossen.