Allgemein, Lauftipps

Ich liebe, liiiebe, liiiiiebe Volksläufe!

Jetzt mal im Ernst, wo sonst trifft man so viele gutaussehende, sportliche, fröhliche Menschen? Man hat das Gefühl, dass alle schon vor dem Start eine Endorphindusche bekommen, die sie schöner und fideler macht. Zumindest die meisten. Einige schauen natürlich auch zittrig-nervös auf ihre GPS-Uhren. Ich zum Beispiel.

Am Freitag bin ich nach Monaten meinen ersten Wettkampf gerannt. Den Kowskylauf, für den ich auch eine große Gruppe von über 50 Leuten trainiert habe. Im Frühjahr hatte mich das Pfeiffersche Drüsenfieber mehrere Wochen ans Bett gefesselt und nach so einer langen, wettkampflosen Zeit waren meine Beine ganz kribbelig vor Aufregung. So kribbelig, dass ich am liebsten gleich losgerannt wäre. Aber da ich von den 1020 Startern ungefähr 500 kannte, habe ich natürlich versucht so entspannt wie möglich auszusehen. Ist es mir gelungen? Das wissen nur die, die da waren (jetzt müsst ihr bitte sagen: „Ja liebe Johanna, du sahst wie immer wunderbar-frisch-entspannt aus“). 😉 Der Kowskylauf ist ein Team- und Firmenlauf. Mein Team hatte ich ganz kurzfristig rekrutiert und vergessen zu erwähnen, dass es sich durchaus um eine recht große Veranstaltung handelt. Sorry nochmal dafür. Im Nachhinein waren sie dann froh über das große Rahmenprogramm, aber erst einmal hat es bei ihnen wie bei mir das Adrenalin bis in die Ohren katapultiert.

Nach kurzem Einlaufen (und zahlreichen Tipps gegen Aufregung an meine Trainingsgruppe) ging es dann los. Knapp 5 km um den Tierpark Neumünster. Den ersten Kilometer ließ ich ganz locker anlaufen. Die meisten gehen immer viel zu schnell an, ich gehöre aber zu denen, die in die andere Richtung überkompensieren. Als meine Uhr erst nach 3.45 min den ersten Kilometer zeigte, ging deshalb konsequent die Aufholjagt los. Natürlich gab es wieder die „Ey Alter, ein Mädel überholt uns doch nicht“-Wegsprinter, aber bis auf fünf schnelle Männer (davon zwei aus meinem eigenen Team) konnte mich niemand wieder einholen.

Am Ende wurde es auch für mich hart. Ich wurde jeden Kilometer schneller und die Beine wollten sich immer weniger heben lassen. Viele denken ja, dass alle, die gut trainiert sind weniger leiden, aber wir leiden einfach nur kürzere Zeit. Mein Körper muss sich erst wieder an die hohe Laktatkonzentration gewöhnen. Für alle die es nicht kennen: Laktat sind die bleischweren Tierchen, die sich bei Anstrengung auf Arme und Beine setzen und kräftig nach unten drücken. Andere behaupten auch, es sei ein Stoffwechselabbauprodukt, das bei hoher Anstrengung anfällt…

Nach 16.33 Minuten konnte ich mich mit einem breiten Grinsen ins Ziel retten. Alle Laktattierchen und die Aufregung waren vergessen.

Am schönsten war für mich aber nicht nur meine eigene Leistung, sondern die vielen positiven Menschen um mich herum. All die lachenden Gesichter, diejenigen, die das erste Mal mitgelaufen sind und sich vor Freunde um den Hals fielen, all die, die eine neue persönliche Bestzeit geschafft haben und all die, die einfach gern laufen. Wieder einmal habe ich gemerkt, dass Wettkämpfe uns bis an die Grenze bringen und zwischenzeitlich sehr hart sein können. Das Gefühl danach ist aber einfach unbezahlbar gut!

Für mich war es eine wunderschöne Erfahrung, so viele Menschen auf einen Lauf zu trainieren und so viel positive Rückmeldung zu bekommen. Ich liebe meinen Sport und ich liebe es, andere mit dieser Begeisterung mitzuziehen.

Der Kowskylauf ist für mich einer der sozialsten und positivsten Läufe in der Umgebung und ich bin jedes Mal sehr gern mit dabei!

Dieses Wochenende werde ich in Lübeck den Citylauf mitmachen. Mal sehen was dort geht und ob es auch dort so eine positive Stimmung gibt!

Bis bald,

euer gutgelauntes Laufbiest