Lauftipps
Kommentare 2

Finde heraus, welcher Läufertyp du bist

Meine Lieblingsnachricht bei Facebook lautet folgendermaßen:

„Hey Laufbiest, ich will anfangen zu laufen, hast du ein paar gute Tipps für mich?“

Ich könnte jetzt ein paar Tipps runterschreiben, die sowieso jeder im Inneren schon kennt. Oder ich helfe wirklich. Dafür müsste ich aber verdammt viel erfragen. Laufumstände, Lebensumstände, Sportgeschichte etc. Um einen schnellen Überblick zu bekommen, deshalb ganz neu im Laufbiest-Sortiment: Lauftipps je nach Läufertyp.

Wenn ihr zu meinem Training kommt, gibt es sicher noch viel, viel mehr zu sagen. Aber vielleicht findet ihr euch ja schon in dieser kleinen Aufzählung wieder.

Es gibt verschiedene Typen von Läufern. Je nachdem, wer du bist, gebe ich dir verschiedene Tipps und Pläne:

Der Übermotivierte:

Du neigst zu übermotivierten Plänen? Du warst früher sehr fit, hast dann aber deine wirklich unfassbar große Energie auf andere Lebensbereiche gelenkt und willst nun zurück auf den Ausgangszustand? Du glaubst, auch wenn du in den letzten Jahren nichts gemacht hast, geht ein 15km Lauf immer noch locker flockig, wenn du nur willst? Nach dem Training tut dir alles weh und du bekommst schnell Verletzungen? Dann bist du einer der Übermotivierten.

Das Tolle an dir: Deine Motivation ist deine Stärke. Dich muss niemand zum Laufen überreden, dich muss man zu Anfang lieber bremsen, damit du dir nicht gleich in der ersten Woche eine Verletzung zuziehst. Wenn du fit bist, bist du unschlagbar!

Tipps: Suche dir für den Anfang KEINE übermotivierte Laufgruppe, sondern lieber Leute, die ein wenig langsamer sind als du. Du wirst sie motivieren, und sie werden dich vor zu harten Einheiten bewahren. Suche dir einen Laufplan, der dir auf den ersten Blick deutlich zu leicht erscheint und arbeite ihn erst einmal zwei Wochen genau so ab. Dann darfst du immer noch steigern. Aber bitte, bitte langsam. Wenn du fit bist, lass dich von nichts aufhalten!

 

Der Impulsive (der kleine Bruder des Übermotivierten)

Alle drei Wochen fällt dir aus heiterem Himmel ein, dass du ja eigentlich mal wieder laufen könntest? Dann aber natürlich so richtig intensiv! Es soll sich ja auch lohnen und Zeit muss optimal genutzt werden! Nach diesem meist Zwei-Stunden-Training, fühlst du dich drei Tage mies. Erst nach drei Wochen hast du wieder vergessen wie schrecklich es war und überziehst dann wieder total.

Das Tolle an dir: Irgendwo in dir ist Motivation und Leistungswille, mit ein wenig Übung zeigt sich die auch häufiger!

 

Tipps: Du liebst effektive Einheiten, deshalb ist es für dich gut ein professionelles, strukturiertes Training mitzumachen. So hast du jemanden, der dich am Anfang bremst und dann kontinuierlich begleitet, bis dein Training zur Routine geworden ist. Auch Laufpartner, die dich häufig motivieren, sind optimal. Vielleicht verabredest du dich gezielt zweimal die Woche zu einem KURZEN Training. 2* die Woche 30 Minuten sind deutlich sinnvoller und besser verträglich als alle drei Wochen zwei Stunden!

Der Aufschieber und der Gestresste

Du erzählst seit Jahren, dass du diese Woche wirklich mit dem Training beginnen möchtest. Bisher ist aber recht wenig passiert. Du erfindest Ausreden, damit du noch nicht losmusst. Zum Beispiel denkst du, du müsstest dir erst die richtigen Schuhe kaufen. Du sagst, das Wetter wäre zu warm/ zu kalt/zu regnerisch/zu sonnig/ zu komisch. Oder aber du sagst, du hättest viel zu viel anderes zu tun.

Das Tolle an dir: Theoretisch weißt du ja schon, was für das Laufen sinnvoll ist.

Tipps: Fang endlich an. Wetter und Schuhe sind weniger wichtig als der erste Schritt. Such dir eine Gruppe oder Personen, die deine Ausreden einfach nicht akzeptieren und dich mitschleppen. Bester Trainingspartner: Der Übermotivierte.

Der Problemzonen-Ignorant

Dir tut dauernd etwas weh, sodass jeder Schritt eine Qual ist? Dein Knie ist dick, deine Gelenke jaulen um Hilfe, aber du quälst dich kontinuierlich weiter? Dann gehörst du zu den hartgesottenen Problemzonen-Ignoranten.

Das Tolle an dir: Du bist hart im Nehmen. Du hast Motivation. Du weißt, dass du an dir arbeiten musst und bist auch bereit dazu.

Tipps: Physiotherapie, Osteopathie, Black Roll und Alternativtraining sind deine Schlagwörter. Entweder du suchst dir einen Physio oder Osteopathen oder du versucht selbst deine Probleme zu beheben (solange sie nicht zu arg sind). Vielleicht machst du dich erst einmal durch Schwimmen fit. Oder durch Radeln. Beides ist wesentlich gelenkschonender. Muskuläre Probleme bekomme ich auch immer gut mit Yoga und der Black Roll (Faszienrolle) in den Griff.

 

Der Last Minute-Läufer

Du hast vor sechs Monaten den Plan gefasst, mit dem Laufen zu beginnen und deshalb auch gleich einen Lauf gebucht? Erst einmal: Super! Läufe sind eine tolle Motivation. Wenn du allerdings seitdem nicht mehr gelaufen bist und in einer Woche der Lauf stattfindet, dann bist du der typische Last Minute-Läufer.

Das Tolle an dir: Du kannst schnell Motivation aufbauen, nur für die Umsetzung würde ich dich gern schütteln!

Tipps: Buch dir einen späteren Lauf und nimm den in einer Woche als Training mit. Es ist nicht möglich, in einem gesunden Bereich so schnell Kondition aufzubauen. Ein einwöchiges Bootcamp wird dich jetzt nur zum Problemzonen-Ignoranten machen. Also nimm es gelassen und mit Humor und laufe ganz, ganz locker einmal vorher und dann genauso locker den Lauf. Und dann fang mit einem Plan an. Ausdauer baut man mit der Zeit auf. Nicht in ein/zwei Wochen. Ein übermäßiges Training oder der sogenannte Probelauf direkt vor dem Wettkampf ermüden dich nur. Ich mache mein letztes richtig hartes Training z.B. zehn Tage vor dem Wettkampf. Danach wird regeneriert und nur noch locker trainiert.

 Der Kilometerfresser

Du glaubst, nur viele Kilometer zählen als wirkliches Training? Wenn du weniger gelaufen bist als in der letzten Woche wirst du unglücklich? Dein Training läuft immer im Einheitstempo ab? Dann bist du ein Kilometerfresser.

Das tolle an dir: Anscheinend läuft’s.

Tipps: Intervalltraining. Macht viel schneller fit und bringt viel mehr Spaß. Zum Beispiel kannst du das schnelle und effektive Eine-Minute-Programm machen. Immer 30 Sek. locker, 20 Sek. mittel, 10 Sek.schnell. Diese Minute wiederholst du 10-15 Mal und machst immer nach fünf Läufen zwei Minuten Gehpause.

Wenn du noch ganz am Anfang stehst und Laufen bisher ein Fremdwort war, würde ich dir eine   leichtere Version empfehlen.  Am besten, du beginnst mit 1 Min. gehen, 1 Min. Laufen im Wechsel. Dieses Programm machst du drei Mal die Woche je 20 Minuten.

 

Tipps in der Zusammenfassung:

Suche dir eine Laufgruppe, die zu dir passt.

Suche dir einen für dich passenden Anfängertrainingsplan (wenn du nichts findest schreib mir)

Mache auch Alternativtraining wie längere Radtouren, Schwimmtraining oder Kraftübungen mit Eigengewicht

Bleib dran, Kontinuität ist das Wichtigste!

 

So, das waren die Läufertypen, die mir häufig im Training begegnen. Ich mag sie alle mit ihren Macken und Stärken. Selbst bin ich eine der Übermotivierten und ab und zu ein Problemzonen-Ignorant. Deshalb macht es mir viel Spaß, in meinem Training andere mit meiner Liebe zum Sport und meiner Motivation anzustecken. Andererseits ist es toll, dass ich einen Coach habe, der mich ab und an bremst und mich vor Verletzungen durch zu viel Training bewahrt.

 

Ich hoffe, ihr konntet schmunzeln und habt euch in einem der Läufer wiedergefunden! Genaue Trainingspläne gebe ich nur individuell heraus. Wer daran Interesse hat, darf gerne fragen.

 

Bis bald, euer unbremsbares Laufbiest

2 Kommentare

  1. Von allen Gruppen kenne ich einige Beispiele und die passen wirklich recht gut :-). Ich persönlich könnte mich eigentlich keiner dieser Gruppen wirklich zuordnen. Vielleicht könnte man die Gruppe in die ich passen würde “der Genussläufer” oder “der Spaßläufer” nennen. Ich laufe nicht um Bestzeiten zu erreichen oder bei Wettkämpfen gut abzuschneiden, auch Fitness oder Probleme mit dem Gewicht sind nicht meine Intention obwohl Zeiten und Fitness natürlich trotzdem ständig besser werden. Laufen macht mir einfach Spaß und ist entspannend. Es ist der perfekte Ausgleich zum Arbeitsalltag und macht den Kopf frei. VG Patrick vom Laufblog http://patricksalm.de

    • Laufbiest sagt

      Lieber Patrick,
      ich glaube die meisten passen auf mehrere Gruppen 🙂 Ich ja auch. Liebe Läufergrüße!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.