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Das Grummeltier

Woran erkennt man einen Läufer, der gerade verletzungsbedingt oder virenausgeknockt nicht laufen kann? Es ist sehr einfach: Er verhält sich griesgrämig-müde-maulig und ist die ganze Zeit dabei zu zählen: die Kilometer, die er verpasst hat, die Versuche, bei denen er noch nicht wieder loslaufen konnte, alle schon abgebauten Muskeln und Ähnliches. Erkennst du dich darin wieder?

Ich mich schon. Nach einer Weile ohne Laufen bin ich leicht unausstehlich und vermisse das Laufen so wie einen Freund, der viel zu lange weggefahren ist. Und das, obwohl schlechte Laune in meiner Gefühlswelt sonst ein sehr, sehr seltener Fremder ist.

Diesmal war es nicht anders. Vor mittlerweile vier Wochen hat das Epstein-Barr-Virus beschlossen, mich mitten in der Saison zwei Wochen zum Liegen zu zwingen. Danach hat es mich schlapp und noch nicht laufbereit wieder zurückgelassen. Milde ausgedrückt: Ich war echt traurig. Jeden Tag wollte ich laufen, konnte aber nicht und habe daran auch wirklich absolut überhaupt gar nichts Positives gefunden.

Ganz anders als mein Umfeld. Am besten hat es mein Freund, ein sehr optimistischer Schlechtelaunevertreiber ausgedrückt:

Ich: „Diese Virenviecher sind so gemein! Sie nehmen mir einfach mein Laufen weg!“

Optimistischer Schlechtelaunevertreiber: „Warum denkst du immer nur daran, was im Moment nicht geht?“

Ich: „Grummel, maul..an was sonst?“

Er: „Na an das, was du jetzt hast!“

Ich: „Grummel maul, schnief,…..An die Virenviecher??“

Er: „Nein, an deine nun endlich freie Zeit! Zeit für all das, was den Sport fördert, aber immer auf der Strecke bleibt.“

In dem Moment wurde mir das eigentlich Offensichtliche klar. Ich habe jetzt die Chance, meine immer wieder aufgeschobenen Dehnprogramme nachzuholen, Yoga zu machen, Massagen zu nehmen und endlich mal wieder Mentaltraining weiterzuverfolgen.

Einfach für all das, was Verletzungen verhindert und das Immunsystem stärkt.

Ich habe mir einen Trainingsplan geschrieben, auf dem jetzt statt Dauerläufen bestimmte Programme zum Dehnen stehen. Statt Intervalltraining steht dort Yoga und statt Sprints ist Mentaltraining angesagt. Solange mein Körper noch zu schwach zum Laufen ist, steigere ich die Intensität von Tag zu Tag.

Das ist mein Tipp für alle, denen es ähnlich geht! Schreibt euch einen kleinen Alternativplan, dann fühlt es sich viel besser an.

Eine Laufpause ist ätzend. Aber es ist auch eine Chance. Und die möchte ich jetzt nutzen.

Bis bald, euer noch etwas schwaches, aber wieder optimistisch fröhliches

Laufbiest

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