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Von Muskeln, Mangos und Meeresrauschen oder -Ein ganz normaler Tag im Trainingslager

Alle denken immer wir würden hier Urlaub machen. Irgendwie fühlt sich Urlaub aber anders an. Hier deshalb mal ein ganz normaler Tag aus meinem Trainingslager. Danach dürft ihr entscheiden ob es Urlaub ist oder nicht. 😉

Ich wache davon auf, dass meine frühaktive Trainingspartnerin um 7.00 Uhr die Tür zuzieht. „Nur noch fünf Minuten Weiterschlafen!“, mault mein inneres Schlafmonster. „Frühstück, Hunger, Sonne, wirklich grooooßer Hunger!“, schreit mein Bauch.

Der Bauch gewinnt. Ich krieche also ebenfalls in die Küche (gehen wäre das falsche Wort, denn nach sieben Tagen Trainingslager fühlen sich meine Beine tonnenschwer an) und beginne, mir meinen morgendlichen Obstberg zu schnippeln. Mango und Orangen sind einfach nur fantastisch hier in Monte Gordo! Dazu gibt es gesundes, gekeimtes Müsli und eine Curcumahaselnussmilch J Klingt ungewöhnlich, ist aber sehr lecker!

Nach dem Frühstück gehen (Moment, ich meine kriechen) wir zum Yoga an den Strand. Neben einem skeptischen Portugiesen tue ich so als wäre ich beweglich und bin froh als es vorbei ist. Irgendwie finde ich Yoga immer erst im Nachhinein gut. Danach geht es zum Wadenkühlen mehr oder weniger freiwillig ins Meer.

Auch im Urlau…. ich meine Trainingslager muss leider ein wenig Unikrams erledigt werden. Bis zur ersten Laufeinheit stecke ich deshalb meine Nase tief und ausdauernd in mein Neuropsychologiebuch. ­­

Kurz vor 10 Uhr schrecke ich auf, falle über meine Lernsachen in die Laufklamotten und finde mich fünf Minuten später im Pinienwald. 15 Kilometer laufe ich nett plaudernd über orangefarbende Sandwege, kleine Hügel und am Meer entlang. Immer wieder kommen kleine Laufgruppen vorbei. Als ich das erste Mal vor Jahren hier war, waren wir fast die einzigen Läufer, mittlerweile herrscht eine Stimmung wie vor einem kleinen Volkslauf.

 

Nach ein paar Sprints zum Ende unserer Einheit verschwinde ich in die Küche und zaubere mir Chiapfannkuchen. Danach geht es wieder an den Schreib… ich meine umfunktionierten Küchentisch und ich versuche herauszufinden, welche der MRT-Bilder denn nun wirklich klausurrelevant sind.

Die Nachmittagseinheit beginnt mit sandigem und anstrengendem Stabilisationstraining am Meer (also Situps, Seitstütz und ähnlichen Übungen). Danach entlaste ich meine Beine mit einer Alternativtrainingseinheit auf dem Mountainbike. Ich fahre immer am Strand entlang in den Sonnenuntergang. Himmel und Meer gehen in einem leuchtenden Gelb ineinander über und es sieht aus als würde das Meer brennen. Besonders um soetwas zu erleben, liebe ich es so viel draußen zu sein.

Als ich verschwitzt und glücklich heimkomme, meldet mein Bauch wieder ein riesiges Nahrungsbedürfnis. Schnell schnippeln wir alle zusammen eine äußerst schmackhafte Gemüsepfanne mit Cashewsoße und dazu einen riesigen Salat. Nicht jedes unserer Gerichte wird so vortrefflich, gestern haben wir zum Beispiel 2 Stunden mit dem Versuch zugebracht missratene Gemüsebratlinge zu retten. Das Bild von der Küche danach zeige ich euch lieber nicht..

Und nun sitze ich hier. Schaue aufs Meer und zurück auf den Tag und freue mich auf Morgen. Auf Tempointervalle auf dem Platz, auf Yoga, Krafttraining, Sprinttraining und gemeinsames kochen.

Ich bin sehr gerne hier. Und es ist schon ein wenig wie Urlaub. Aber irgendwie auch etwas völlig anderes.

 

Bis bald, euer müdes, glückliches, Muskelkatergeplagtes, sonnengebräuntes Laufbiest

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