Lauffutter
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Salat zum Frühstück, geht das?

Salat essen wir hier in Deutschland meist zum Mittag oder zu Abend. Aber nie zum Frühstück. Ich frage mich, warum eigentlich nicht? Gerade das Frühstück ist unsere wichtigste Mahlzeit, denn sie trägt ziemlich viel zu unserer täglichen Leistungsfähigkeit bei! Wer das richtige frühstückt aktiviert gleich am Morgen seinen Stoffwechsel. Dadurch hat man am Tag weniger Heißhunger, mehr gute Laune und mehr Energie.

Wie kommt man auf so eine Idee??

Neulich stand ich nach einem frühstückslosen Dauerlauf immer noch recht verschlafen in der Küche, als meine Mitbewohnerin mit ihrem Sprachlernpartner hereinkam. (Sie hilft ihm Deutsch zu lernen, er bringt uns auf merkwürdige Ideen. Ein guter Deal finde ich.)
Ich schnippelte Obst und rührte Quark, er beugte sich über die Schüssel, blickte mit großen Augen hoch: „Rüüühei?“
Ich: „Nein, Quark mit Beeren, dass ist super gesund!“
Er schaute irritiert in die Gegend: „Ohne Salat?“
Ich: „Salat zum Frühstück?“
Er: „Ja, immer ich frühstücke Salat“
Im Nachhinein frage ich mich, ob er Mittagessen und Frühstück verwechselt hat oder ob er Salat für das richtige Wort für irgendetwas anderes hielt. Brötchen vielleicht.

Ich ging trotzdem unter seinen verwunderten Augen auf den Balkon, zupfe ein wenig Pflücksalat, Vogelmiere, Ringelblumen und was sonst noch da wächst und schnippelte alles klein und ins Müsli. Meine Mitbewohnerin summte dabei ein Kinderlied: „….Muss ja nicht schmecken, muss ja nur wirken..Sieht einfach eklig aus, verbreitet üblen Gestank.. Macht nichts, ist ja ein Zaubertrank….!“
Gerade um ihr zu beweisen, dass es voll gut schmeckt habe ich mir sehr viel Mühe gegeben.
Am Ende war ich aber selbst von dem leckeren Ergebnis überrascht!

Warum finde ich Salat im Frühstück sinnvoll?

Nachdem ich dieses etwas seltsame Frühstück verspeist hatte, verbrachte ich einen erstaunlich produktiven Tag und stellte fest, dass sich erst Stunden später wieder der Hunger meldete.  Am Abend recherchierte ich deshalb was Salat überhaupt mit uns macht:

Erkenntnis 1: Grünes Blattgemüse steigert die Ausdauerleistung. Das liegt am Nitratgehalt. Diese Stickstoffverbindung wird im Körper zu Nitrit umgewandelt. In einer Studie (die ich von der Teilnehmerzahl bemerkenswert klein finde) zeigte sich das Nitrit (in diesem Fall in Roter Beete enthalten) die Ausdauerleistung um 2% steigerte. Ein ziemlich großer Wert, wenn man bedenkt, das 2% oft über Sieg und Niederlage entscheiden. Nitrat wird in anderen Studien als bedenklich eingestuft. In den neusten Meldungen konnte ich jedoch fast ausschließlich positive Gesundheitswirkungen finden. Sicher ist in diesem Fall noch nicht alles erforscht. Ich selbst fühle mich aber fitter, je mehr Gemüse und Salat ich zu mir nehme.  (Für Quellen schreibt mir gerne eine Mail!)

Erkenntnis 2: Salat ist ein super Sattmacher wenn er mit Quark, Öl und Obst verspeist wird, da er nur sehr langsam verdaut wird.

Erkenntnis 3: Salat enthält viele Stoffe, die entzündungshemmend und blutbildend wirken. Natürlich ist die Menge der sekundären Pflanzenstoffe von der Salatsorte abhängig und die Menge ist nicht besonders hoch, da wir selten über 100 g Salat essen. Aber dennoch: Es ist ein guter Beitrag zur täglichen Ernährung!

Erkenntnis 4: Salat regt die Verdauung an, da er viele Ballaststoffe enthält. Dadurch wird gleichzeitig der Stoffwechsel angeregt und du fühlst dich wacher. Warum sollte man sich also erst abends wach fühlen, wenn man es auch schon morgens kann? Ich habe sogar beobachtet, dass ich nicht besonders gut schlafe, wenn ich abends viel Salat esse. Um dennoch über den Tag verteilt eine große Portion von dem gesunden Grün zu mir zu nehmen, finde ich das Frühstück hervorragend als Ersatz.

In welcher Form kann man Salat frühstücken?

Für Einsteiger: Als Smoothie! Zum Beispiel einfach 40g Spinat mit 1 Banane und Wasser oder Orangensaft mixen.

Für Fortgeschrittene:

Zutaten:

40g Salat deiner Wahl ( möglichst geschmacksneutrale wie z.B. junger Feldsalat, Pflücksalat.. und bitte KEIN Rukula)

Bio-Quark (meine Lieblingssorte ist Quark von Söbbeke gemischt mit ein wenig Vanillejoghurt derselben Marke)

1 EL Leinöl

Beeren deiner Wahl (in dieser Mischung mag ich am liebsten Himbeeren)

1/2 Banane

1/2 Apfel

Bio Knuspermüsli nach Bedarf

 

Mischt den Quark mit Leinöl, ein wenig Wasser und eventuell ein wenig Joghurt (einfach zusammenschütten und rühren bis es eine schöne glatte Mischung ist).

Schnippelt den Salat sehr klein, z.B. mit einer Kräuterschere.

Schneidet das restliche Obst in kleine Stücke und mischt alle Zutaten zusammen!

 

Ja es ist gewöhnungsbedürftig, aber es ist so gesund und perfekt als Frühstück, dass ich es euch einfach nicht vorenthalten kann!

 

Bis bald, euer waches, grünbegeistertes Laufbiest

2 Kommentare

  1. Grandios! Auch, wenn die Salatzubereitung mich oft am Morgen in meinem Zeitbudget an die Geduldsgrenze bringt, Salat am Morgen ist für mich die physische Lebensbasis, wie grundsätzlich Bewegung. So spreche ich auch lieber von Frühmahl, ein Wort, das die Nahrungsaufnahme meines Erachtens deutlicher zum Ausdruck bringt, als ein Wort mit der Silbe Stück, ähnlich der von mir gemiedenen Wörter Theaterstück oder Musikstück.
    Einen guten Morgen und Tag – ich darf jetzt hinaus auf die Ostsee – Andreas

  2. Benni sagt

    Ein Fazit, das mich neugierig gemacht hat.

    Gemüse und Salat zum Frühstück mag auf den ersten Blick seltsam erscheinen. Wer es aber einmal versucht hat, vor allem in Verbindung mit eiweisshaltigen Speisen, kommt nicht so schnell wieder davon los, weil er merkt, dass das Abnehmen plötzlich sehr viel leichter fällt.

    Mal probieren!

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