Lauftipps
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Was macht man als Sportler, wenn man eine Verletzung überstanden hat und ein ganzer freier Sommer vor einem liegt?

Seit zwei Wochen darf ich wieder langsam mit dem Training beginnen, aber es ist definitiv zu wenig um mich auszulasten. Ich habe also überlegt, wie ich meine Semesterferien starten kann. Dinge die mir dazu so einfielen waren: Kite surfen lernen, eine Alpenquerung, eine Kurzgeschichte schreiben, Stricken, irgendwo ganz weit weg nur mit Rucksack oder eine ewig weite Radtour. Da ich nach meiner Verletzung nicht so über 20 km am Tag gehen wollte, habe ich mich für die ewig weite Radtour entschieden.

So weit ich Lust habe und wohin es sich gut rollt.

Angefangen habe ich in Flensburg. Seit drei Tagen bin ich nun immer die Ostseeküste entlang geradelt und werde das auch noch eine ganze Weile weiter verfolgen. Auf jeden Fall noch bis Travemünde und von dort vielleicht ab ins Binnenland und  weiter über Lüneburg bis Kassel.

Je nachdem wo grad guter Rückenwind weht.

Rückenwind habe ich bisher recht wenig. Ganz anders als ich dachte. Denn in meiner Vorstellung war der Ostseeküstenradwanderweg flach, gut zu finden und natürlich sonnig.

Als ich dann bei Regen unter einem Baum stand, vor mir das Meer, neben mir eine riesige Möwe, habe ich eingesehen, dass es nicht so leicht wird. Die Möwe hatte kein Verständnis, hat gelacht, meinen Proteinriegel geklaut und ist weggeflogen.

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Kurz darauf kam die Sonne wieder raus und Schleswig-Holstein hat sich von seiner schönsten Seite gezeigt. So ist das hier in Norddeutschland. Auf Regen folgt sofort wieder Sonnenschein und hinter dem nächsten Hügel rollt es sich wieder leicht. Eigentlich genau wie meine Saison. Erst ein super Start, dann eine Verletzung und jetzt geht es wieder aufwärts.

Natürlich habe ich mir die Saison anders vorgestellt. Ich wollte mit dem Auto durch Deutschland touren und in Stadien Bestzeiten jagen. Stattdessen radel ich jetzt durch Deutschland und jage Möwen.

Aber es ist ok. Es ist anders, aber ok. Bestzeiten hole ich mir in der Hallensaison. Und solange verbringe ich den Sommer mit Dingen, die ich schon immer mal machen wollte, aber durch die Wettkämpfe nie geschafft habe.

Nach meiner heutigen 100 km Etappe, mit voll bepacktem Rad liege ich jetzt im Zelt, höre das Meer und das Lachen der Möwen. Ich fange an mitzulachen, denn ich wäre nirgendwo lieber.

So können sich Pläne ändern und so klingt Freiheit.

Bis bald, euer radelndes, etwas nasses aber glückliches Laufbiest.

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