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Schwimmen als Läufer -lass die Welt ein bisschen stiller werden-

Schwimmen als Läufer -lass die Welt ein bisschen stiller werden-

Ich tauche unter, lasse mich fallen und schwebe durchs Wasser. Über mir Licht unter mir Dunkelheit. Wenn ich die Arme nach vorne strecke, tanzen dort Sonnenstrahlen in hellen Mustern. Ich spüre ihre Wärme, selbst durch das kühle Wasser. Die Wasseroberfläche über mir wird wieder still, als hätte mich das Wasser verschluckt. Verschluckt und dann die Zeit angehalten.

Mein heutiger Blogeintrag handelt wie ihr merkt vom Schwimmen. Aber nicht davon wie andere schwimmen, heute möchte ich nur schreiben was meine Gründe sind, als Läuferin unterzutauchen:

Erster Schwimmgrund: Mein Leben ist oft ein wenig  hektisch. Ich habe so viele Ideen, so viel was ich noch machen möchte, dass ich oft nur in diesen kleinen Augenblicken beim Sport wirklich zur Ruhe komme. Im Alltag laufe ich an auf dem Wasser schimmernden Lichtern vorbei. Beim Sport sehe ich sie wirklich. Meist beim Laufen, jetzt wo das nicht geht beim Schwimmen. Die Stille unter Wasser ist für mich wie eine kleine Auszeit. Dann fällt alles was mich belastet einfach ab.

Zweiter Schwimmvorteil: Die ersten 10 Minuten zähle ich die Sekunden, die Atemzüge und die Kacheln. (163 in Längsrichtung hat das Sportbad in Lübeck übrigens)  Jede Bahn kommt mir unendlich lang vor, aber dann geschieht etwas Seltsames: Plötzlich bin ich wie im Flow, die Zeit und die Gedanken machen Sprünge und es fühlt sich ein bisschen an wie zeitlos zu fliegen.

Dritter Schwimmnutzen:  Seitdem ich regelmäßig schwimme habe ich immer genug Luft beim Laufen und was Seitenstiche sein sollen weiß ich auch nicht so genau! Ich habe das Gefühl meine Lunge ist viel stärker geworden! Außerdem ist die regelmäßige Atmung entspannend.

Vierter Schwimmprofit: Es ist unglaublich gut für die Ausdauer, ohne die Gelenke zu belasten. Jeder Regenerationslauf belastet irgendwie doch, denn jeder Schritt muss von Muskeln, Sehnen und Knochen aufgefangen werden. Beim Schwimmen kann man hingegen alles schonen und trotzdem trainieren.

Fünfter Schwimmpluspunkt: Mein erster Bundestrainer meinte „Jeder Läufer wird sich irgendwann einmal verletzen. Und dann musst du Alternativ trainieren, dann musst du schwimmen“

Ich hab es gehasst und nicht verstanden, ich war der Meinung ich würde immer fit bleiben. War leider nicht so und jetzt bin ich froh, dass er sich damals vor 5 Jahren die Zeit genommen hat mir die Grundzüge vom Kraulen beizubringen.

Und deshalb kraule ich nun durchs Wasser. Am Anfang immer unmotiviert am Ende gleichmäßig und schnell.

Wenn ich wieder auftauche steht die Sonne meist schon tief und das Wasser dampft im Licht der tiefstehenden Sonne. Bilder die man nie vergisst.

Bis bald, euer schwimmendes, entspanntes Laufbiest

2 Kommentare

  1. Julia sagt

    Ich finde deinen Schreibstiel toll! Es ist fast so als wäre ich mit unter Wasser 🙂 Werde auch mal wieder das Schwimmbad unsicher machen.
    Sportliche Grüße,
    Julia

  2. Hans-Werner Deppe sagt

    Schaffst du denn schon, die mehreren tausend Meter durchzukraulen? Klingt ja so, alle Achtung und Respekt!

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