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Was ich vergessen habe.

Ein herber Schlag. Ich darf und kann die nächsten 6 Wochen nicht mehr laufen. Keinen verdammten einzigen Schritt. Ihr fragt euch wie das passieren konnte? Jemandem der optimale Blutwerte, optimales Training und eine sehr gute Trainingsbetreuung hat? Ja es gibt da eine Komponente die ich vergessen habe.

Die  Physiotherapie oder Osteopathie.

Seit Wochen habe ich Probleme auf der rechten Körperseite. Angefangen mit einem einseitig  verspannten Rücken (Wo um alles in der Welt bekommt man sowas eigentlich her??) hatte ich dann Probleme im Ischias Nerv (Ein typischer Läuferschmerz, der uns vom langen Sitzen abhält…) dann auch im Tractus iliotibialis, schließlich im Knie und dann im Fuß. Aber ich bin ja stark, vielleicht sogar ein Biest. Jedenfalls habe ich immer fleißig weiter drauf trainiert, ausdauernd über die Blackroll gerollt (Die wirklich gut hilft, wenn es nicht schon zu starke Probleme sind) und beim Auftreten ausgeatmet. (Hilft ungemein gegen den Schmerz) Aber zum Physiotherapeuten bin ich nicht gegangen. Ich hatte im Moment keinen guten in naher Umgebung und wollte mir keinen neuen suchen.

Die Wettkämpfe liefen. In Anbetracht dessen was in meinem Fuß abging sogar ziemlich gut. Nach den Deutschen Hochschulmeisterschaften wurde ich aber doch unruhig. Es war einfach zu lange für normale Trainingswehwehchen. Ich ging ENDLICH zum Osteopathen, der sehr entsetzt auf meine völlige Schieflage reagierte. Zweieinhalb Zentimeter Beinlängendifferenz durch Verspannungen und einen Beckenschiefstand hatte ich zu diesem Zeitpunkt. Der Osteopath korrigierte so gut es ging, aber es war zu spät.

Über Wochen bin ich durch die Beinlängendifferenz bei jedem einzelnen Schritt wie in ein Loch getreten. Ich musste den Fuß spitzer aufsetzen, und zahlreiche Ausweichbewegungen machen. Die Mittelfußknochen haben sich dabei ineinander verschoben und schließlich der Belastung nicht mehr standgehalten. In zwei von ihnen habe ich nun ein Knochenödem.

Statt zu laufen werde ich nun Radfahren. Statt Spikes Schwimmsachen anziehen. Meine Turnmatte ist ausgepackt, eine Klimmzugstange bestellt. Auch wenn ich die letzten Tage den Kopf hängen gelassen habe, gebe ich also nicht auf. Ich orientiere mich einfach für diese Saison um.

Für euch Sportler habe ich nur einen Tipp: Achtet auf eure Körpersignale! Ich hätte nur früher reagieren müssen, dann wäre das alles nicht passiert. Andersherum, hätte ich später reagiert, wäre der Knochen gebrochen Und das wären keine sechs Wochen Alternativtraining gewesen. Das wäre viel viel schlimmer!

Für die nächsten  sechs Wochen habe ich viel geplant. Vielleicht fahre ich endlich meine lange schon ersehnte Tour komplett mit dem Rad durch Deutschland, oder ich schwimme mal die Wakenitz runter soweit es geht. Oder ich pflanze noch mehr Gemüse im Garten und auf dem Balkon. Langweilig wird mir auf jeden Fall auch ohne Laufen nicht. Dafür ist das Leben zu vielfältig.

 

Bis bald,

euer (heute etwas trauriges, biestiges) Laufbiest

1 Kommentare

  1. Klaus Karwatzki sagt

    Manchmal muss man es eben auf die harte Tour lernen, das kenne ich selbst auch.
    Ich wünsche Dir alles Gute und jede Menge neuer, positiver Erfahrungen und Erkenntnisse auf dem nun folgenden (Um-) Weg!

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