Allgemein, Lauffutter
Kommentare 2

Öko Test hat Superfoods getestet und ich den Artikel von Öko Test. Hier lest ihr was wirklich bedenklich ist.

 

Immer wieder gibt es Meldungen über DIE gesunde Ernährungsweise. DAS Überprodukt. Ich glaub da ja nicht dran. Kleinkram macht es halt aus. Viele gute Produkte ergeben insgesamt eine gesunde Lebensweise. Aber immer wieder gibt es einen Hype um bestimmte Produkte, und dann die Gegenbewegung, die die ultra guten Produkte wieder verteufelt. Da bleibt für mich am Ende oft nur Verwirrung und der Wunsch nach einem Labor um selbst zu testen. Hab ich aber nicht. Was aber jeder kann, ist Testberichte lesen, den gesunden Verstand und den Selbsttest fragen.

Bis jetzt gibt es kaum wirklich fundierte Artikel über Superfoods. Umso glücklicher war ich deshalb, als vor kurzer Zeit endlich ein vielversprechender Artikel in der Zeitschrift Öko Test erschien. Ich dachte, jetzt würde sich endlich herausstellen, wie gut die Produkte wirklich im Vergleich sind. Aber Fehlanzeige. Es ging nur um sechs schädliche  Inhaltsstoffe, die kein alleiniges Problem von Superfoods sind, sondern in vielen unserer Standardnahrungsmittel auftauchen. Bedenklich sind sie aber dennoch!

Darauf wurde getestet: Cadmium, Blei, Mineralöle, Pestizide, PAK, Keime

Das ist der Haken: Blei, Cadmium und Mineralöle werden nicht nur vermehrt in diesen Produkten gefunden, sondern auch in vielen anderen. Es ist also kein Problem der Superfoods, sondern ein generelles Problem durch Umweltbelastungen und Verpackungen. Das Schlimme: Unnötigerweise gelangen Mineralöle hauptsächlich durch Verunreinigungen der Verpackungen in die Nahrung!

Der Artikel im Einzelnen:

Gleich am Anfang fallen Sätze wie Supertox statt Superfood. Und wer den Artikel ohne Hintergrundwissen liest, ist sicher schnell überzeugt Gift vor sich zu haben. Pestizide in Goji-Beeren, Pestizide in Chia-Samen, Mineralöle und Schimmelpilze in Hanfsamen. Da greif ich doch lieber zu heimischen Johannisbeeren und Leinsamen!

Oder?

Beim Lesen habe ich mich gefragt, „Wo kommen die Mineralöle her?“ Sind sie nicht vielleicht auch in den heimischen Produkten? Wer sagt mir eigentlich, was wirklich gut ist? Öko Test leider nicht.

Ich habe also recherchiert und herausgefunden, worin sich sonst noch die fiesen Bestandteile finden. Erschreckend. Sie sind überall.  Blei, Cadmium und Quecksilber werden über den Boden aufgenommen, und das von einigen Pflanzen lieber als von anderen. Wenn Öko Test für heimische Produkte wirbt, lässt es also außer Acht, dass auch hier nichts unbelastet ist. Besonders Leinsamen nehmen gerne Cadmium auf und auch der gute Weizen, die gesunden Meeresfrüchte und die schmackhaften Wildpilze, um nur einige Beispiele zu nennen.

Öko Test spricht also ein wichtiges Thema an, ich finde es nur falsch es so zu gestalten, als ob die Schadstoffe NUR in diesen Produkten auftauchen.

Die Pestizidbelastung scheint trotzdem bedenklich. Gerade bei Bioprodukten hätte ich es nicht erwartet. Wirklich überraschend ist es aber nicht, wenn man sich überlegt, dass der Anbau in Regionen erfolgt in denen nicht nur Pflanzen, sondern auch alle Wärme liebenden Schädlinge munter wachsen und gedeihen.  Ich werde deshalb in Zukunft lieber noch mehr auf regionale Zutaten zurückgreifen als bisher schon.

Ein Satz, der mich zusätzlich nachdenklich gemacht hat, ging um Kakaopulver. Es war stark mit Mückenschutzmittel belastet. Der Verkauf war aber nur als sehr bedenklich eingestuft, weil das Unternehmen hierfür noch keine Sondergenehmigung hatte. Verwirrend. Wird es weniger schädlich Mückenschutzmittel zu essen, wenn es durch eine Ausnahme geregelt ist? Denkt das Toxin dann „Ich bin jetzt geausnahmeregelt, deshalb darf ich mich nicht mehr im Fettgewebe des Menschen einlagern“!?

Wohl eher nicht. Es zeigt: Höchstgrenzen können umgangen werden und sind in einigen Fällen scheinbar sehr flexibel festgelegt. Wenn das Kakao Beispiel es schon zeigt, so ist es bei anderen Produkten noch deutlicher: Wusstet ihr zum Beispiel, dass der Grenzwert für Antibiotika bei Scampis und Krabben um ein Vielfaches hochgesetzt ist, da es sich um sehr leicht verderbliche Ware handelt?

Ein weiteres Produkt, das mich wirklich enttäuscht hat, sind Hanfsamen. Sie schmecken so lecker und nun sollen sie mit Schimmel und Mineralöl belastet sein. Schade. Wirklich schade. Aber wieso sind sie eigentlich so stark belastet?

Die Ursache von MOSH und MOAH (aromatische und gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe) liegt meist in den Verpackungen aus Pappe. Die Öle kommen vielfach aus Druckerfarben und können auch von trockenen Lebensmitteln hervorragend aufgenommen werden. Leider stehen sie stark im Verdacht krebserregend und erbgutschädigend zu sein. Das Schlimme (was Öko Test außer Acht lässt): bis zu 83% aller in Pappe verpackter Lebensmittel sind belastet!  Bleibt nur die Frage wie stark. Ist Pappe jetzt also schlimmer als Plastik? Was belastet wohl mehr? Weichmacher oder MOSH? Bis das abschließend geklärt ist werde auf jeden Fall wieder mehr aus Gläsern kaufen. Oder gleich frisch ohne Verpackung.

 

Fazit: Leider wird man von nur einem Nahrungsmittel nicht Superman. Das wäre zu einfach und zu einseitig und außerdem geschmacklich langweilig. Aber es gibt auch kaum ein Supertox, wie es Öko Test suggeriert. Da ich wirklich sehr negativ überrascht war, wie viele Toxine enthalten waren, werde ich nach diesem Test wieder mehr regional und aus Glasbehältern essen, soweit es eben geht. Chia-Samen werde ich auch weiterhin in Maßen verwenden, da sie zum Beispiel einem Kuchen eine unvergleichlich bessere Konsistenz geben können.

Interessanterweise hat Ökotest gerade vor 4 Tagen einen Nachtrag zu den kleinen Körnern geliefert. In diesem Nachtrag wird gezeigt, dass die Produkte eines Herstellers höchst unterschiedlich belastet sein können. Ist doch beruhigend zu wissen, dass man lotteriemäßig eine super unbelastete Packung abbekommen kann… oder leider die belastete…

Achja, auch getestet wurde Weizengras und Gerstengras. Das scheint wirklich nicht empfehlenswert zu sein (Mineralöle UND Pestizide). Kann man ja aber sowieso leicht und kostengünstig selbst anbauen. Siehe hier.

Seit diesem Artikel setze ich also voll auf kostengünstige und regionale Produkte. Zum Beispiel ziehe ich gerade Tomaten vor und habe Salat in Blumentöpfe auf meinem Balkon gesät. (Meine Mitbewohnerin meinte, es wäre doch schön dort ein bisschen Grün zu haben, ich habe das mal großzügig über Blumen hinaus interpretiert…)

Bis Bald,

euer Laufbiest

P.S. Ich würde mich freuen wenn ihr mir von euren Erfahrungen schreibt!

2 Kommentare

  1. Robert sagt

    Hallo Laufbiest! Ich greife jetzt mal deine Aufforderung aus deinem Artikel zum Thema Superfoods auf. Vorher vielleicht noch ein paar kurze einleitende Zeilen: Für mich war der Startschuss zu all diesen Dingen vor etwas mehr als einem Jahr, als ich nämlich Brendan Braziers Buch “Vegan in Topform” in die Hand gedrückt bekam. Sicher kennst du es. Ich habe viel von ihm übernommen, versuche aber gleichzeitig mich kontinuierlich weiterzubilden, und das möglichst vielseitig und nicht ideologisch oder politisch gefärbt.

    Auch ich war ziemlich schockiert, nachdem ich den Bericht von Öko-Test gelesen hatte (hatte mir das komplette E-Paper gekauft), und habe noch am selben Tag den ein oder anderen Hersteller angeschrieben. Hanf und Natur hat mir beispielsweise nahezu unverzüglich geantwortet und eine Gegenanalyse zukommen lassen. Es deckt sich mehr oder weniger mit deinem Rechercheergebnis, dass eine Kontamination einem gewissen Zufall unterlegen ist. Interessant, dass der Zufall scheinbar immer auf der Seite des Auftraggebers der Analyse ist…
    Die Veganz-Filiale in Leipzig (dort gehe ich gerne essen, wenn ich auf Heimatbesuch bin) hat sich mit ähnlichen Argumenten bei mir gemeldet.

    Nichtsdestotrotz bin ich nach wie vor wütend, dass das Bio-Siegel offenbar überhaupt nichts taugt. Insbesondere die Bio-Marken der hiesiegen Drogerie-Ketten kann man ja getrost in die Tonne hauen (und da noch nicht mal in die Bio-Tonne!). Wie ist es möglich, dass Pestizide in Bio-Ware zu finden sind, wo doch genau das vom Grundsatz her ausgeschlossen ist?!

    Ich habe nach alledem folgende Maßnahmen für mich getroffen:
    -Hanfsamen beziehe ich nur noch von dem Hersteller Hanfwelt aus Österreich (ich esse ca. 100 g täglich)
    -Generell versuche ich asiatische Erzeuger zu vermeiden (ich bin z. B. auch ein Fan von Chlorella; da liegen die Preis zwischen asiatischen und deutschen Algen um einen Faktor 5 auseinander!)

    Im Übrigen bin ich genau wie du der Meinung, dass der Öko-Test-Bericht dann doch irgendwo einseitig ist. Denn a) sind gewisse Superfoods hinsichtlich ihres Nährstoffprofils den heimischen Pflanzen sehr wohl überlegen, und b) sind eben jene heimischen Pflanzen mit Sicherheit auch nicht 100%ig frei von den verschiedenen Schadstoffen.

    Viele Grüße,
    Robert

  2. Pingback: 【ᐅᐅ】Superfoods: So schädlich sind Gojibeeren, Chiasamen und Co. - Stern

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.